Wildnis, Workout und Weiterbildung: Gesundheit im Kanton Zürich
Der Wildnispark Zürich – Ein Naturerlebnis von nationaler Bedeutung
Der Wildnispark Zürich vereint zwei Standorte: den Tierpark Langenberg in Langnau am Albis und den Naturerlebnispark Sihlwald in Horgen. Der Park bietet eine einzigartige Kombination aus urtümlichem Wald, Wildnis und Wildtieren in unmittelbarer Nähe zu den Städten Zürich und Zug.
Geschichte und Ökologie des Sihlwald
Der Sihlwald ist mit rund 1100 Hektaren der grösste Laub- und Nadelmischwald im Schweizer Mittelland. Seit dem 1. Januar 2010 trägt er das Label «Naturerlebnispark – Park von nationaler Bedeutung» und war damit der erste seiner Art in der Schweiz. Das Gebiet kam 1309 als Geschenk der Habsburger und 1524 durch Auflösung des Fraumünster-Klosters in den Besitz der Stadt Zürich. Seit dem Jahr 2000 verzichtet man vollständig auf die Holznutzung, sodass sich der Wald zu einem Naturwald entwickeln kann. Das Netzwerk umfasst 73 Kilometer Wanderwege, 56 Kilometer Radwege und 52 Kilometer Reitwege.
Tierpark Langenberg und Wildtiere
Der Tierpark Langenberg gilt als ältester Tierpark der Schweiz (gegründet 1869) und erstreckt sich über 80 Hektaren. Er beherbergt rund 350 Tiere in 20 Säugetierarten sowie acht Fisch- und Krebsarten. Besucherinnen und Besucher können unter anderem Braunbären, Wölfe, Luchse, Europäische Wildkatzen, Fischotter, Wisente und Przewalski-Pferde beobachten. Der Eintritt in den Wildpark ist das ganze Jahr über gratis; lediglich die Ausstellung im Besucherzentrum Sihlwald ist kostenpflichtig.
Besucherzentrum und Öffnungszeiten
Das Besucherzentrum Sihlwald mit der Ausstellung «Vom Nutzwald zum Naturwald» liegt idyllisch am Ufer der Sihl. Es ist vom 27. Oktober bis 28. März geschlossen und ab 29. März freitags bis sonntags geöffnet. Der Tierpark Langenberg ist im Ostteil rund um die Uhr zugänglich; der Westteil und die Tierhäuser haben im Winter (27. Oktober – 28. März) täglich von 09.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Aktuelle Veranstaltungen wie «Ab in den Wald!», «Mit dem Tierpfleger zum Braunbär» oder der «Tierpark-Brunch» können über die Webseite gebucht werden.
Kontakt: Stiftung Wildnispark Zürich, Alte Sihltalstrasse 38, CH-8135 Sihlwald, Telefon +41 44 722 55 22, www.wildnispark.ch
Outdoor-Fitness im urbanen Zürich
Für Sportbegeisterte bietet der Kanton Zürich zahlreiche Möglichkeiten, aktiv in der freien Natur zu werden. Das Training im Freien ist kostenlos, rund um die Uhr verfügbar und fördert sowohl die körperliche Fitness als auch das mentale Wohlbefinden.
ZüriFit – Das städtische Fitness-Netzwerk
Das ZüriFit-Konzept umfasst verschiedene Outdoor-Fitnessanlagen über die ganze Stadt verteilt. Dazu gehören unter anderem:
- Hardhof (Kreis 9): Eine der grössten Anlagen mit Pull-up-Stangen, Sit-up-Bänken und Balancegeräten direkt an der Limmat, geöffnet rund um die Uhr.
- Brunau (Kreis 3): Beim Freestyle Park Allmend mit angebundenen Laufbahnstrecken, ebenfalls 24 Stunden geöffnet.
- Irchelpark (Kreis 6): Die erste errichtete Outdoor-Anlage in Zürich zwischen Grünflächen mit Stangen unterschiedlicher Höhe.
- Weitere Standorte befinden sich in Mythenquai, Sihlhölzli, Buchlern, an der Neunbrunnenstrasse und am Heerenschürrli.
Vitaparcours – Tradition seit 1968
Der erste Vitaparcours der Schweiz wurde am 18. Mai 1968 in Zürich Fluntern eröffnet. Inspirieren liess man sich von der Männerriege des Turnvereins Wollishofen, die den Wald als Sportgerät nutzte. Heute gibt es im Kanton Zürich 58 Vitaparcours. Die längste Strecke befindet sich am Zollikerberg mit 4,1 Kilometern und 130 Höhenmetern; die kürzeste in Rheinau-Marthalen mit 1,5 Kilometern. Die Parcours werden lokal von Gemeinden oder Vereinen betreut und stehen kostenlos zur Verfügung.
Weitere Sportangebote
Zusätzlich zu den Fitnessparcours bietet der Kanton spezielle Angebote wie den Seilpark Zürich, der saisonal geöffnet ist (Saison 2026 von März bis November mit variierenden Zeiten). Tickets sind online über den Ticketshop von Ticketino erhältlich. Für Ausdauersportler stehen zudem mehrere Finnenbahnen zur Verfügung, darunter beleuchtete Strecken im Altstetterwald, Albisgüetli, Fluntern, Waid und Witikon.
Gesundheitsförderung als Berufsfeld
Der Kanton Zürich investiert gezielt in die Gesundheit seiner Bevölkerung und bietet attraktive berufliche Perspektiven sowie spezialisierte Weiterbildungen.
Arbeiten bei der Gesundheitsdirektion
Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich beschäftigt rund 450 Mitarbeitende in vielfältigen Funktionen – von Ärztinnen und Apothekern über Juristinnen und Kommunikationsspezialisten bis hin zu Tierärzten und Wissenschaftlern. Die Direktion umfasst das Amt für Gesundheit, das Kantonale Labor, die Kantonale Heilmittelkontrolle, die Ethikkommission und das Veterinäramt. Beschäftigte profitieren von attraktiven Anstellungsbedingungen wie fünf Wochen Ferien pro Jahr, grosszügigen Arbeitszeitregelungen und vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Aktuelle Vakanzen sind im Stellenportal des Kantons Zürich veröffentlicht. Die Direktion wird von Natalie Rickli als Vorsteherin geleitet.
Weiterbildung in Wald- und Landschaftstherapie
Die ZHAW Life Sciences und Facility Management bietet den Certificate of Advanced Studies (CAS) «Wald, Landschaft & Gesundheit» an. Diese berufsbegleitende Weiterbildung (15 ECTS, CHF 7'000, Dauer rund 12 Monate) vermittelt Techniken der Waldtherapie, Landschaftstherapie, Waldbaden und Waldachtsamkeit. Das Programm richtet sich an Fachkräfte aus Gesundheitsberufen, der «Grünen» Branche oder sozialen Berufen. Der nächste Kurs startet am 05. Juni 2026. Anmeldungen sind über die ZHAW-Webseite möglich.
Waldbaden und Naturtherapie
Neben der körperlichen Aktivität gewinnt die bewusste Erholung in der Natur an Bedeutung. Shinrin Yoku (Waldbaden) ist eine wissenschaftlich belegte Methode zur Stressreduktion und Gesundheitsförderung. Im Kanton Zürich bieten zertifizierte Kursleiter wie Jochen Keiber geführte Waldbad-Erlebnisse an. Diese Praxis basiert auf der bewussten Wahrnehmung der Natur mit allen Sinnen und fördert mentale Regeneration. Das Konzept wird auch im CAS «Wald, Landschaft & Gesundheit» der ZHAW als therapeutische Intervention gelehrt und findet zunehmend Eingang in präventive und soziale Berufsfelder.